Windsurfen in Deutschland

Obwohl Deutschland nicht so exponiert ist wie seine nördlichen Nachbarn, erhält die Westküste immer noch gute Winde, die vom Südwesten bis in den Norden reichen. Während sich Winde aus Nord und Nordwest durch die schmale Lücke zwischen Schottland und Norwegen quetschen und tolle Brandungen an den Ostfriesischen Inseln erzeugen, sind es oft die Winde aus südlicher und südwestlicher Richtung, die die meisten Wellen nach Sylt bringen.

Wie bei allen Nordseeanrainerstaaten ist der Schlüssel zu guten Wellen der starke Onshorewind, der den Seegang erzeugt. Beim Windsurfen in Deutschland kommt es auf das richtige Timing an, denn gute Bedingungen kommen und gehen in wenigen Stunden. Mittlere bis hohe Gezeiten werden von den Windsurfern in Deutschland bevorzugt, da sie die potenzielle Kraft des Seegangs reduzieren. Auf der Ostseeseite Deutschlands sind konstante, starke Winde aus verschiedenen Richtungen nötig, um gute Wellen zu erzeugen. Der Tidenhub beträgt auf Sylt etwa 2,5 Meter und ist in der Ostsee nicht vorhanden.

Sylt hat beste Bedingungen

Sylt ist das Epizentrum des deutschen Surfens. Die sanft geschwungene Insel beherbergt 35 km Strände, die sich von Nord nach Süd erstrecken. Viele davon bestehen aus offenen, instabilen Naturstränden. Rund um Westerland gibt es kleine Landungsstege und sandbedeckte Felsbrocken, welche die typische Wellenform erzeugen.

Vor allem im Sommer gibt es viele Windsurfer in Deutschland, die mit den Wellen bei Sylt kämpfen. Einheimische können dabei auf optimale Surfbedingungen warten, die meist dann vorliegen, wenn die Touristen gegangen sind. Auf den ostfriesischen Inseln Norderney und Borkum finden sich meist bessere Wellen. Norderney ist in der Mitte der Inselkette und bietet einen Wellengang in nördliche Richtung. Borkum liegt an der Grenze zu den Niederlanden und bietet die gleichen Surfcharakteristika – wechselnde Wetterbedingungen und große Menschenmassen im Sommer. An einigen Orten in Deutschland kann man vom Frühling bis in den Herbst auf Seen und Flüssen surfen.

Die beste Surfsaison in Deutschland ist der Spätsommer bis Herbst, wenn die Wassertemperaturen bis zu 16 °C erreichen, in Seen auch bis zu 20 °C. Im Winter sinkt die Wassertemperatur in der Ostsee auf 2ºC, aber es werden immer noch Windsurfer im Wasser sein.